Suche
  • Technau

Gemeindebrief

Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch (1. Petrus 5,7)


Liebe Leserin, lieber Leser,


das Corona-Virus hat unser Leben gründlich durcheinandergebracht. Während ich dies schreibe, sind in mehreren europäischen Ländern schon Kindergärten, Schulen und Universitäten geschlossen, und das öffentliche Leben ist an vielen Stellen fast zum Erliegen gekommen. Wenn Sie dies lesen, kann es bei uns schon ähnlich aussehen. Die Folgen erleben wir alle. Familien geraten unter Druck, Generationen werden getrennt, Unternehmen sind gefährdet. Und selbst wenn die meisten von uns nur wenig oder gar nichts von der Krankheit spüren werden, blicken doch viele Ältere mit einiger Sorge in die Zukunft.

Auch unser Gemeindeleben ist davon betroffen. Noch wissen wir nicht, ob Gottesdienste ausfallen müssen, weil die Ansteckungsgefahr zu groß ist. Taufen und Trauungen sollten nach Rat der Landeskirche möglichst verschoben werden, Trauerfeiern in kleinem Kreis stattfinden. Vieles, was uns sonst zusammengeführt hat, muss nun über Telefon, Email und Internet geklärt werden. Wo es keine Gottesdienste gibt, sollen die Predigten ins Netz gestellt und gemailt werden. Und wenn die Vorsicht es gebietet, können wir seelsorgerliche Fragen auch telefonisch besprechen. Über all das finden Sie mehr in diesem Heft.


Wir stecken also in einer Krise. Aber in jeder Krise liegt auch eine Chance. Wir können über Corona klagen, aber wir können uns dadurch auch zum Nachdenken anregen lassen, etwa über unseren Lebensstil und unsere Lebensgrundlagen. Manches von dem, was wir für selbstverständlich angesehen haben und für alle Zeiten zu besitzen glaubten, hat sich in dieser Zeit als brüchig erwiesen. Wir wussten schon lange, dass unsere weiten Reisen dem Klima schaden, aber geändert hat unser Verhalten dadurch nicht. Nun erfahren wir am eigenen Leib, dass auch Viren weltweit reisen. Aktionäre wussten schon lange, dass die Kurse überbewertet waren, aber sie haben trotzdem weiter gekauft. Wir könnten die Krise nutzen, um uns wieder an ethische Grundsätze zu erinnern, auch was unser Finanzgebaren betrifft.


Und wir könnten sie nutzen, um uns wieder zusammenführen zu lassen. In dieser Zeit sind wir auf Solidarität angewiesen: bei der Betreuung der Kinder, die möglicherweise eine Weile nicht die Schule oder den Kindergarten besuchen können. Bei der Versorgung von Nachbarn, die sich isolieren müssen und vielleicht Lebensmittel brauchen. Menschen, die auf der Straße leben, werden vermutlich weniger Unterstützung finden als sonst. Wir können auch Verantwortung für die Gesundheit der Anderen übernehmen, indem wir uns selbst vor der Krankheit schützen. Es ist eine gute Gelegenheit, die Menschen in unserem Umfeld genauer wahrzunehmen und wertzuschätzen.


Machen wir es also dem Virus so schwer wie möglich. Tun wir alles, um uns und andere nicht anzustecken. Sorgen wir vor, so gut es geht. Aber danach sollten wir das Sorgen auch Gott überlassen. Er wird uns begleiten und weiterführen, auch durch diese schwierige Zeit.


Mit guten Wünschen

Ihr Pastor

0 Ansichten

(+44) 1223-356167

4 Shaftesbury Road
Cambridge
CB2 8BW
United Kingdom

©2019 Evangelisch-Lutherische Kirche deutscher Sprache in Ostengland. 
Registered Charity 1135273

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now