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Ausblicke: Osterzeit

“Wir wollen euch nicht in Ungewissheit lassen über die Entschlafenen,

damit ihr nicht traurig seid wie die anderen, die keine Hoffnung haben.“

(1.Thess.4,13)


Liebe Leserin, lieber Leser,


manchmal erlebt man Dinge, die einen ganz persönlich ansprechen und einem fast wie ein Wunder vorkommen. So erging es mir vor langer Zeit an einem Ostersonntag. Wir machten damals eine Mitarbeiterfreizeit in dem kleinen Ort Hemeln an der Weser, und am Ostermorgen besuchten wir den Gottesdienst in der Dorfkirche. Und ich muss zugeben: Ich weiß nicht mehr, was der Pastor damals sagte, aber während seiner Predigt begann die Sonne durch das Kirchenfenster neben mir zu scheinen und brachte die Farben zum Leuchten. Und dort stand die Inschrift: Ihr sollt nicht traurig sein wie die Anderen, die keine Hoffnung haben.


Ich erinnere mich bis heute an das Gefühl einer ungeheuren Erleichterung, die mich damals ergriffen hat. Der Gedanke: Es stimmt ja! Wir haben als Christen keinen Grund, traurig zu sein oder uns vor irgendetwas zu fürchten. Wenn Christus auferstanden ist und uns damit gezeigt hat, dass der Tod nicht das letzte Wort behält, wenn da am Ende unseres Lebens kein Abgrund ist, in den wir fallen, sondern eine Tür, durch die wir gehen, dann ist doch von diesem Ende heralles in ein neues Licht getaucht. Dann ist doch alles, was wir auf auf dem Weg erleben, sinnvoll und gut!


Dieser Gedanke hat mich durch die ganzen nächsten Tage getragen (seitdem glaube ich zu wissen, was Heiliger Geist ist). Das vergeht auch wieder. Der Alltag kehrt zurück mit all seinen Problemen und Anforderungen, da kann sich so ein Hochgefühl nicht lange halten. Aber die Erinnerung bleibt. Und die Hoffnung von Ostern hat mich seit dieser Zeit nicht verlassen. Sie trägt mich auch in traurigen Zeiten.


Natürlich kann man die Frage stellen, ob denn das auch stimmt, was uns da im Neuen Testament mit soviel Begeisterung erzählt wird. Ob denn dieser Jesus von Nazareth wirklich auferstanden ist, oder ob sich die Jünger getäuscht haben, vielleicht sogar die Welt getäuscht haben, denn immerhin haben sie ja innerhalb weniger Jahrzehnte den ganzen Mittelmeerraum mit diesem Glauben angesteckt. Und sie haben auch dann noch dazu gestanden, als dieser Glaube sie das Leben gekostet hat. Es gibt gute Argumente für die Auferstehung, und wir werden zu Ostern darüber sprechen. Aber beweisen kann man es letztlich nicht. Man kann es eben nur ganz persönlich erfahren.


Ich wünsche allen eine frohe Osterzeit!

Ihr / Euer Pastor

Harald Bartling

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