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ANgeDACHT

„Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“ (Matthäus 16,26 - Losung für September)



Liebe Leserinnen und Leser,

Wir senden ganz herzliche Grüsse an alle Mitglieder und Freunde der deutschsprachigen Gemeinde in Ostengland - diesmal aus der Lutherstadt Wittenberg!


Ich sitze an meinem neuen Schreibtisch und freue mich über den herrlichen Blick ins Grüne - zumindest wenn ich die Augen hebe und nach draußen schaue. Die Bäume des Parks gegenüber haben etwas Wohltuendes. Wenn ich dann aber wieder herunterschaue und mein unmittelbares Umfeld in den Blick nehme, dann wird mir etwas anders … . So schön die neue Wohnung auch ist - da stehen noch immer etliche Kisten herum, vieles hat noch nicht seinen richtigen Ort gefunden. Lauter Dinge warten noch auf die richtige Lösung… Oft geht mir alles viel zu langsam!


Angemeldet sind wir immerhin schon und damit offiziell Wittenberger - aber wirklich angekommen… ? Immer wieder ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass es doch langsam an der Zeit wäre, wieder nach Hause zu fahren… . Das Gefühl von Zuhause, es lässt noch auf sich warten. Es ist nicht einfach in den Griff zu bekommen, und schon gar nicht schnell. Ich brauche dazu Geduld - mit allem äußeren Unfertigen, genauso wie mit dem inneren.

Kürzlich habe ich für ein paar Stunden alles Räumen liegen lassen - ein Mittagsgebet der „English Ministry Wittenberg“ in der Schlosskirche war mir eine willkommene Einladung zur Unterbrechung: Gottesdienst feiern, Singen, das Hören und Beten in Gemeinschaft, - obwohl ich niemanden aus der bunt gemischten Gemeinde kannte - wir alle waren neu an diesem Ort. Reisende, unterwegs auf unterschiedliche Weise, das hat uns verbunden. Hier passierte etwas für mich - ein kleiner Moment des Ankommens, ein Stück Einkehr in aller Unruhe. Ein Raum für die Seele, die hier noch nicht Fuss gefasst hat. Man sagt ja, die Seele braucht ein bisschen länger zum Ankommen.


Unsere Seele - nach biblischer Überlieferung hat sie zu tun mit dem „Atem des Lebens“, den Gott dem Menschen in die Nase geblasen hat. Er ist es, der uns erst zu lebendigen Wesen macht. Davon sagt Jesus: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“


So altertümlich Luthers Sprache mit dem dreimaligen Konjunktiv in unseren Ohren klingt, wir wissen doch gleich, was gemeint ist: Es gibt nichts auf dieser Welt, das den Verlust unserer gesunden Seele aufwiegen könnte.


Ich stimme aus vollem Herzen zu - und doch ist es gar nicht so leicht, diese Einsicht konkret zu machen. Nicht Schaden zu nehmen an seiner Seele statt die Welt gewinnen zu wollen. Erleben wir nicht immer wieder das genaue Gegenteil? Wir wollen doch sehr wohl die Welt gewinnen und das Leben in den Griff bekommen. Versuchen wir nicht immer wieder, die „Macher" unseres Lebens zu sein? Es soll gelingen, von guten Erfahrungen erfüllt sein, Spass machen, und abgesichert soll es auch sein. So tickt die Welt, in der wir leben.

Und doch wissen wir alle: Es geht nicht immer glatt. Es gibt Zeiten, wo das Leben nicht gelingt. Narben aus solchen Zeiten tragen wir wahrscheinlich alle. Aber vielleicht können manche von uns im Blick auf diese Narben sagen: Da waren wir Gott näher als in Zeiten, wo alles glatt ging. Gerade Zeiten, wo das Leben nicht gelingt, können voller Erfahrungen Gottes sein. Gerade schwierige Erlebnisse können einen tiefen Sinn haben und können uns ungeahnte Kräfte zeigen.


Jesu Wort über den Wert der Seele erinnert uns daran, dass nicht alles machbar ist. Wir können uns unseres Lebens nicht selbst versichern. Mit allem, was unser Leben reich macht, verdanken wir uns anderen: Menschen, Umständen, Fügungen, Bewahrungen, Zeiten der Freude und Zeiten der Belastung. So war das auch für uns in den sieben vergangenen Jahren in Ostengland. Wir sind tief dankbar für alles Schöne und Gelungene, und wir erkennen auch manche dürre Zeit. Aber in allem und hinter allem war er spürbar - der Atem Gottes, Geheimnis des uns geschenkten Lebens.


Ich will diese große Veränderung in unserem Leben als weitere Übung verstehen: ich will üben, immer mehr loszulassen von dem Versuch, mein Leben in den Griff zu bekommen.

Uns und Ihnen allen wünsche ich, daß wir unserer Seele immer wieder den nötigen Raum dazu geben und vertrauen.


Wir denken gern an Sie und Euch alle und wünschen Euch den Segen Dessen, der uns allen den Atem gibt und begleitet. Bleibt behütet auf euren Wegen!




Herzlichst, Eure Susanne und Oliver Fischer.




Herzlich Willkommen


Sie sind jederzeit herzlich in unserer Kirchengemeinde willkommen, bei allen Veranstaltungen und zum Gespräch, auch wenn Sie nicht Mitglied sind.

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Da unsere Kirchengemeinden finanziell allein durch Spenden und Mitgliedsbeiträge existiert (wir erhalten keine Kirchensteuer), sind Sie herzlich eingeladen, Mitglied zu werden. Informationen dazu finden Sie auch auf unserer homepage: www.german-church.org/cambridge. Gern schicken wir Ihnen dies aber auch mit der Post zu.

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Vielen Dank, wenn Sie uns in diesen herausfordernden Zeiten unterstützen!


immer aktuell


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Vielen Dank!


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